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Foto (c): www.petition-radwege.at

Petition für ein flächendeckendes Radwegenetz in ganz Österreich

Während nur 2,6 Euro pro Person für die Radinfrastruktur ausgegeben werden, sind es für Erhaltung und Bau von neuen Autobahnen 107,6 Euro pro Person. Und das, obwohl Österreich bereits eines der dichtesten Autobahn- und Schnellstraßennetze in der EU hat.

 

Die konkrete Forderung der Petition: Das Budget für Radwegebau muss auf Bundes- und Landesebene auf mind. 30 Euro pro Kopf und Jahr erhöht werden. Damit sollen auf allen Landstraßen außerhalb des Ortsgebiets begleitende Radwege in Kooperation mit den Gemeinden errichtet werden. Zur Umsetzung dessen braucht es ein gesetzlich verankertes Landesradwegenetz, koordiniert und gefördert durch das jeweilige Bundesland.

Radfahren ermöglichen – Radwege schaffen

Sei es aus gesundheitlichen, Umweltschutz- oder aus Kostengründen, 59 Prozent der Pkw-NutzerInnen in Österreich würden laut VCÖ gern mehr mit dem Rad fahren. Die häufigste Ursache dafür, dass die sanfte Mobilitätsform trotzdem nicht gewählt wird, ist das Fehlen von Radwegen.

61 Prozent aller Autofahrten sind kürzer als zehn Kilometer. Kurze Autodistanzen können durch verschiedene Mobilitätsformen ersetzt werden, die Innovation verstärkt den Trend. Die junge Generation rollt mit E-Scootern durch die Gegend, während die PensionistInnen das E-Bike für sich entdecken, um fit und mobil zu bleiben. Aber das klimaschonende Bewegungspotenzial wird nicht genützt, da es an sicherer Infrastruktur für die sanfte Mobilität mangelt. Nur für sechs Prozent der Bevölkerung in Österreich ist das Fahrrad das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel, damit liegt Österreich mit Italien, Kroatien und Lettland im EU-Ranking nur an 14. Stelle. An der Spitze liegen die Niederlande, wo für mehr als ein Drittel der Bevölkerung das Rad das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel ist. „Es ist kein Zufall, dass in Kopenhagen, Amsterdam oder Groningen so viel Rad gefahren wird“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. In den vergangenen Jahrzehnten wurde in den skandinavischen Ländern eine radfahrfreundliche Verkehrsplanung umgesetzt. Breite Radwege, Radschnellwege (kreuzungsfreie Pendlerrouten) wie auch autofreie Zonen sind die Zutaten, um den Radverkehr zu steigern.

Radfahren tut Gutes und gut

Muskulatur aufbauen, Fett verbrennen, Immunsystem stärken, Krebsrisiko senken, Rücken kräftigen und die Glückshormone aktivieren – Radfahren fördert die Gesundheit auf vielfältige Weise. Eine Studie der OECD beziffert den finanziellen Wert der gesteigerten Fitness auf 1.310 Euro jährlich pro Alltagsradfahrendem: Weniger Krankheiten, Verringerung von Krankenstandstagen, Behandlungskosten und Frühpensionierungen. Volkswirtschaftlich ist das Radfahren auch durch die Vermeidung von CO2, Luftschadstoffen und Lärmemissionen wertvoll. So fördert Radfahren nicht nur die eigene, sondern auch die allgemeine Gesundheit. Alltagswege mit dem Rad statt mit dem Auto zurückzulegen wäre ein wertvoller Impuls für unsere sitzende Gesellschaft, in der Bewegungsmangel bereits als der größte Risikofaktor für Krankheit gilt. Rund drei Viertel aller Jugendlichen in Österreich bewegen sich laut WHO-Studie zu wenig. Kein Wunder, möchte man meinen, 75 Prozent aller Kinder können nicht sicher mit dem Rad in die Schule fahren.

Petition

Bis 21. März 2020 werden noch Unterschriften für den flächendeckenden Ausbau von Radwegen in Österreich gesammelt. Nähere Informationen finden Sie auf: www.petition-radwege.at

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