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Otto Vesely, der liebenswerte Grantler mit dem großen Radsportherz, ist im Alter von 93 Jahren verstorben

Jungen Radsportlern werden mit dieser Überschrift keine Erinnerung mehr verbinden. Aber für mich, der ich im Herbst 1968 begonnen habe, aktiv an Radrennen teilzunehmen, wurde der Name und die Person Otto Vesely bald ein Begriff.

Gab es doch in Ostösterreich kaum ein Rennen, bei dem Herr Vesely, ein großer, stattlicher Mann mit Brille, Schirmkappe und Stoppuhr, nicht unter dem Zieltransparent stand. Bei der Österreichrundfahrt war er von den Anfangsjahren mit dabei, auch bei der Niederösterreichrundfahrt, Wien-Gresten-Wien und anderen Etappenrennen in Österreich war er ein gefragter Mann im Zielgericht. Im Winter veranstaltete er mit seinem Team Querfeldeinrennen in Piesting, Perchtoldsdorf, beim Krapfenwaldlbad in Wien und Mödling. Legendär war die Staatsmeisterschaft bei minus 10 Grad rund um den Föhrenhof in der Hinterbrühl.

Als Obmann fungierte er bei verschiedenen Klubs des ÖRB (Österreichischer Radbund), ich erinnere mich an Post SV, RC Preisschreck und ARBÖ Jugend,

Als 1976 die Hallenbahn in Wien eröffnet wurde, war er ein Mann der ersten Stunde und organisierte im Laufe der Jahre zahlreiche Meisterschaften und Meetings.

Akribisch sammelte er Ergebnisse und Zeiten und wurde dadurch zum Chronisten des Verbandes. Seine Publikationen, die die Zeit nach 1945 bis 1986 (Datenlexikon „10 Jahre Wiener Hallenstadion“) sind eine wesentliche Quelle für Radsporthistoriker.

Bei der Arbeit an dem  Buch „Triumphe und Tragödien“, das die ersten 50 Jahre der Österreichrundfahrt dokumentiert, konnte ich Otto näher kennen-und schätzen lernen. Manchmal nach außen ein wenig griesgrämig wurde er im vetrauten Gespräch zum liebenswerten Menschen, mit dem man gerne auch ein Glas Wein trank. Seine Stelzentreffen an der alten Wirkungsstätte des Verbandes in der Kaiser-Ebersdorfer-Straße bleiben unvergessen. Radsport bedeutete für ihn Familie.

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er in einem Seniorenheim. Dort besuchten ihn einige seiner ehemaligen Schützlinge und Freunde aus Radsporttagen.

Mit Otto Vesely hat der Radsportverband eine Persönlichkeit verloren, die unserem Sport über lange Jahrzehnte unschätzbare Verdienste geleistet hat. Wir, die ihn gekannt haben, werden ihn nicht vergessen.

Mag. Christian Glaner

Das Begräbnis von Otto Vesely findet am 10. Dezember 2021 um 14.00 auf dem
Meidlinger Friedhof (1120 Wien, Haideckergasse 6/Eibesbrunnergasse 1A) statt.

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