Stephan Rabitsch - Foto: Reinhard Eisenbauer

Kette rechts - Peter Dittrich Gedenkrennen 2019

Der traditionelle Heurigen-GP, der seit bald drei Jahrzehnten von den Brüdern Andreas und Harry Blümel ausgerichtet wird, war heuer auch als Radliga-Finale der Treffpunkt von erfreulich vielen ehemaligen Rennfahrern. So wurden die Brüder Richard und Kurt Schmied gesichtet, auch Willi und Rudi Lauscha waren unter den Besuchern; Helmut Wechselberger war am frühen Nachmittag auf einen Abstecher gekommen, länger geblieben sind Wolfgang Priglhofer und Karl Krenauer. Robert Csenar, Legende unzähliger Kriterien in den 60er und 70ern, hatte auch am späteren Abend beim Heurigen Lackner noch so manche Anekdote parat. Als Überraschungsgast beim Kinderrennen war Michaela Dorfmeister erschienen, die ihre Meriten aber bekanntlich nicht auf zwei Rädern, sondern auf zwei Brettern erworben hat.

Recht ausgeglichen präsentiert sich heuer die Siegerliste der Radliga-Rennen. In neun Einzelbewerben gab es acht verschiedene Sieger, nur Stephan Rabitsch durfte sich zwei Mal als Tagessieger feiern lassen. Der 28-jährige Felbermayr-Profi hat mit insgesamt sechs Tagessiegen in der „ewigen“ Siegerliste seit 2006 Rang drei hinter Riccardo Zoidl (14 Rennsiege) und Markus Eibegger (11 Erfolge) gefestigt. Wenn man die dreißig Podest-Platzierungen der Rennen von 2019 auflistet, zeigt sich ein recht ausgeglichenes Bild: Vorarlberg war sechs Mal am Stockerl präsent, je fünf Mal Graz und Wels, vier Mal KTM Tirol, und lediglich einmal Hrinkow Steyr. Immerhin drei Mal schafften es Fahrer von heimischen Regionalteams auf Siegesstockerl.

Herbstzeit ist Transferzeit im Radsport: Naturgemäß ließen sich aber die sportlichen Leiter unserer sechs Continental-Teams vorerst nur wenig in die Karten schauen, was allfällige Veränderungen im Mannschaftsgefüge betrifft. Thomas Kofler immerhin ließ durchblicken, dass in seiner Vorarlberger Truppe „wahrscheinlich wieder sechs, sieben Leute gehen und andere kommen werden.“ Ziemlich sicher scheinen die Abgänge von Jannik Steimle und Patrick Schelling zu sein, dagegen wird Radliga-Kronprinz Max Kuen bei den Rankweilern weitermachen. Bei den Welsern wird zumindest Stephan Rabitsch verlängern; in Graz wird’s weiter ein Conti-Team geben, unter einem anderem Namen freilich und ohne die deutschen „Gastfahrer“ wie Helmut Trettwer einer war, der im Grazer Dress jahrelang einen sehr ordentlichen Job gemacht hatte.

Die Radliga im Wetterglück: es dürfte kaum jemals eine Saison gegeben haben, in der kein einziges der heuer insgesamt zehn Rennen durch Regen beeinträchtigt gewesen ist wie 2019. Heuer ist ja auch das traditionelle Schlechtwetter in Nenzing ausgeblieben und beim Saisonfinale hatte es zwar eine Stunde vor dem Elite-Rennen noch fest gegossen, im Rennen selbst konnten die Fahrer aber auf ihre Pelerinen verzichten. Und obwohl auf dem 3100 m langen Rundkurs in Klein-Engersdorf insgesamt mehr als sieben Kilometer auf einer Schotterpiste gefahren werden musste, waren Defekte die absolute Ausnahme. Nur zwei Reifenschäden mussten von den Betreuern in ihren fixen Depots behoben werden.

Die Bahnsaison steht vor der Tür, nächste Woche gibt’s ja mit der EM in den Niederlanden schon einen ersten Saison-Schwerpunkt. Grund genug, dass sich auch Andreas Müller noch einem letzten Formtest auf der Straße unterziehen wollte. In Klein-Engersdorf war die Vorstellung des bald 40jährigen Routiniers zur Halbzeit schon zu Ende, ab sofort steht für ihn die Olympia-Quali im Madison für Tokyo 2020 (mit Andreas Graf ??) im Vordergrund. Letzterer zeigte sich gegen Ende der Straßensaison jedenfalls gut in Schuss und beendete das schwierige Abschluss-Rennen auf Platz sechs.

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