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1. Österreich-Rundfahrt 1949


Ein Abenteuer beginnt

Am 23. Juli 1949 war es soweit. 49 Starter aus 3 Nationen - Österreich, Frankreich, Italien – wurden vor einer großen Zuschauerkulisse vom Wiener Bürgermeister Theodor Körner um Punkt 12 Uhr auf die Reise geschickt. Zunächst ging es, von zahlreichen Adabeis auf Fahrrädern und Motorfahrzeugen begleitet, neutralisiert durch die Stadt, Tagesziel  mit der Bergwertung Semmering war Graz. Beim berühmten Kilometerstein 5 der Laxenburger Straße – Startortzahlreicher Rennen Wiens - wurde es Ernst, das Rennen war eröffnet: Für Österreich A traten Hermann Kosulic, Rudolf Lauscha und Richard Menapace in die Pedale. Vor allem letzterer war schon ein international erprobter und erfahrener Rennfahrer. In Südtirol geboren, hatte er vor dem Krieg in Italien schon zahlreiche Erfolge errungen.So hatte er beim Giro d´Italia 1938 den 16. Platz – Dritter in der Kategorie der Unabhängigen – erreicht. Das „Fuchsgesicht“, wie er von seinen Konkurrenten seiner taktischen Kniffe wegen genannt wurde, war vor allem im Gebirge eine Klasse für sich.

Und tatsächlich, schon auf der ersten Etappe lässt er sein Können aufblitzen. Am Semmering, der ersten Bergwertung der Tour, passiert er scheinbar locker als erster die Bergwertung und hat damit eine 14-Mann-Spitzengruppe zerlegt. Vier Mann an der Spitze erreichen schließlich Graz: der Italiener Enrico Gandolfi, Menapace, der Oberösterreicher Ludwig Wiesner und überraschend, für die steirischen Fans aber  höchst erfreulich, der Grazer Franz Deutsch. Gerade 19 Jahre alt, waren er und sein Teamkollege Alfred Sitzwohl aus der Mannschaft Steiermark die jüngsten Teilnehmer der Rundfahrt, der älteste war übrigens Startnummer 43, Josef Heinerer – 43 Jahre alt. Den Sprint um den Etappensieg sichert sich Gandolfi knapp vor Menapace, damit ist der Italiener erster Träger des begehrten Gelben Trikots. Fahrer des  Tages aber wird Franz Deutsch.

Die folgende Etappe über Pack und Griffen sieht einen entfesselten Menapace. Unwiderstehlich steigt er die 12 km lange Packstraße hoch, holt sämtliche Konkurrenten, die ihr Heil in der Flucht gesucht hatten, ein und gewinnt souverän die Bergwertung. Die Franzosen Lucien Fixot, Jean Mazzolini und Jungstar Deutsch schließen in halbsbrecherischer Abfahrt auf, für den Tiroler Anton Haller und den Wiener Heinrich Schiebel ist nach spektakulären Stürzen die Rundfahrt zu Ende. Die Bergwertung Griffen holt sich Mazzolini, gleich darauf hat er auf der schlechten Schotterstraße Defekt. Menapace – Zweiter am Berg – zieht durch, hat in Völkermarkt 4 Minuten und im Etappenziel Klagenfurt 7(!) Minuten Vorsprung auf eine Gruppe, angeführt von Pechvogel Mazzolini, in der sich die Österreicher Karl Kroismaier, Lauscha, Wiesner, Hans Hübl und Deutsch befanden. Auch die gefährliche Abfahrt von der Griffen fordert ein Opfer: Der Franzose Raymond Amelin fliegt aus einer Kurve und touchiert einen Heustadel. Unter großen Schmerzen quält er sich nach Klagenfurt. Dort stellt der Arzt einen Schlüsselbeinbruch fest, auch für ihn ist die Tour zu Ende.

Auf der Fahrt von Klagenfurt nach Lienz erwartete man wegen der bevorstehenden Glockneretappe eine „Spazierfahrt“. Durch zahlreiche Ausreißversuche pendelte jedoch das Tempo zwischen 40 und 45 km/h. Und wieder ist es Menapace, der mit einem trockenen Antritt vor Lienz die Entscheidung herbeiführt, nur Gandolfi kann folgen, ihn übersprintet er und sichert sich den Etappensieg

Die Glockneretappe war natürlich absoluter Höhepunkt der Tour: Auf der 95 km langen Strecke von Lienz nach Zell am See waren der Iselsberg und das Dach der Tour, der Großglockner, zu überqueren. Der „Gelbe“ Menapace sah sich in die Defensive gedrängt: Er hatte die Wertung Iselsberg gewonnen, nach einem Kettenschaden war aber der starke Italiener Gandolfi enteilt – mit 4 Minuten Vorsprung hatte er Heiligenblut passiert. Einsam strebte er dem Gipfel und seinem vermeintlichen Triumph zu. Als er sich bei der Abzweigung zur Franz- Josephs- Höhe kurz umdrehte, stürzte er fast vom Rad.

Das „Fuchsgesicht“, der „Gelbe“ Menapace, war auf Sichtweite hinter ihm. Kaum hatte sich der Italiener von seinem Schock einigermaßen erholt, kletterte der Wahl-Salzburger schon scheinbar mühelos an ihm vorbei, 10 Minuten betrug der Vorsprung des entfesselten Menapace auf den entnervten Gandolfi am Fuscher Törl. Im Ziel, sein 3.Etappensieg, lag er fast 11 Minuten vor Deutsch. Für Gandolfi war die Abfahrt zum Kreuzweg geworden: Während die Österreicher am Glockner Holzfelgen fuhren, verzogen sich  Gandolfis Alufelgen durch das Bremsen, sein hinter ihm kommender Landsmann  Franco Callesi, Siebenter am Glockner, verweigerte ihm sein Rad, was ihm im Ziel eine Ohrfeige vom Betreuer einbrachte. Am Ersatzrad, wahllos vom Mechanikerwagen herabgeholt, versagten die Bremsen; deswegen war es kurz zuvor vom Österreicher Hans Höfner getauscht worden. Gandolfi merkte den Defekt bei der ersten Serpentine. Mit rauchenden Sohlen verhinderte er einen Absturz.

Auch für andere Fahrer wurde die Fahrt über den Glockner zum Höllenritt: Der Salzburger Sebastian Kukowetz konnte nach Schaltungsdefekt den Glockner nur mit einem Gang in Angriff nehmen. Der schon genannte Höfner erreichte nach mehreren Defekten auf einem von einem Touristen geliehenen Tourenrad das Ziel. Der Letzte im Gesamtklassement, der Wiener Bruno Solar, lag 5 Stunden hinter Menapace.

Ein Rasttag in Zell am See gab den Mechanikern die Gelegenheit, das angeschlagene Material zu reparieren, den Fahrern Zeit zur Regeneration. Tags darauf über den Pass Thurn nach Innsbruck holte Menapace zum vierten Streich aus: Sprintsieg vor Gandolfi und Fixot. Im Gesamtklassement führte er mit 23(!) Minuten vor Deutsch. In dieser Etappe beendete Lauscha das Rennen, das A-Team bestand nur mehr aus zwei Fahrern.

Die Etappe Innsbruck – Linz über 281 km wurde in 2 Teilstücken gefahren. Der erste Abschnitt bis Salzburg über163 km. Den Sprint im motorisierten Gegenverkehr gewann mit 7 Minuten Vorsprung Kroismaier, Österreich B, vor Hübl, Höfner und Denne. Nach 4 Stunden Zwangspause ging es weiter nach Linz. Hier sprinteten 6 Mann um den Sieg, der Österreicher Kellner hatte die Nase vorn. Etappensieger aber war Kroismaier, der zwei Minuten später eintraf. Für die zahlreichen Zuschauer sicher nicht leicht nachzuvollziehen.

Die Schlußetappe über die Bundesstraße 1 von Linz nach Wien wurde zur Via Triumphalis für Richard Menapace. Er war durch seine Erfolge in den Tagen vorher zu einem Sportidol geworden, und so pilgerte man ihm von Wien aus mit allem rollenden Material, das zur Verfügung stand, bis zum Riederberg entgegen. Von dort zog sich die gesamte Wientalstraße – Schönbrunner Allee –  Mariahilfer Straße – Ring – Rathausplatz ein dichtes Spalier. Und er verwöhnte seine Fans mit einer Extraleistung. 30 km nach dem Start auf den Strengbergen ausgerissen, legte er 160 km in Stile eines  Einzelzeitfahrers zurück:

Eine Welle des Jubels trug ihn förmlich vom Riederberg an in die Stadt. 13 Minuten vor den nächsten Verfolgern erreichte er das Wiener Rathaus. Und wenn so mancher Wiener auch „Weana Bazi“ schrie, weil er den Namen nicht richtig verstanden hatte, dieser Richard Menapace wurde zu einem Radsportidol, dessen Name immer in einem Atemzug mit der Österreich-Rundfahrt genannt werden wird. Er siegte mit 39(!) Minuten Vorsprung auf Franz Deutsch, die steirische Hoffnung im neuerstarkten österreichischen Radsport.

 

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