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ÖRV-Präsident Harald J. Mayer und Bernhard Eisel - Foto (c) W. Kapfenberger

Danke Bernhard für 19 tolle Profijahre

Mit Bernhard Eisel hat der dienstälteste der aktuellen ÖRV-Profis am Dienstag seinen Rücktritt bekannt gegeben. 19 GrandTours absolvierte der Steirer, der in seiner Karriere für Teams wie Mapei, La Francaise des Jeux, HTC-Highroad, Sky oder zuletzt für Dimension Data unterwegs war. Seinen größten Erfolg feierte er 2010, als er den belgischen Eintagesklassiker Gent-Wevelgem gewinnen konnte.

„Ich hatte noch ein paar Verhandlungen mit Teams, habe mich aber dazu entschlossen das Rad nun endgültig an den Nagel zu hängen. Dem Sport werde ich in einer gewissen Funktion erhalten bleiben, allerdings nicht im Betreuerauto“, erzählte der 38-Jährige am Tag seines Rücktritts. Nachdem er mit 16 Jahren schon nach Italien ging, wechselte er 2001 in das Lager der Profis. Als einer der jüngsten Fahrer überhaupt, nur der Italiener Filippo Pozzato und der Schweizer Fabian Cancellara waren noch jünger als der Voitsberger.

Wie die beiden debütierte er bei Mapei – Quickstep, der damals wohl besten Mannschaft der Welt. „Es ist eigentlich unglaublich, wenn ich daran zurückdenke, wer damals die Teamkollegen waren“ erinnerte sich Eisel, der damals an der Seite von Fahrern wie Paolo Bettini, Franco Ballerini, Weltmeister Oscar Freire oder der belgischen Sprintlegende Tom Steels fuhr. Im Jahr darauf fuhr er im Nachwuchsteam der Mannschaft, traute sich aber als U23-Fahrer schon eine Topplatzierung bei den Weltmeisterschaften in Zolder zu.

„Alle waren damals ein wenig verwundert, da ich auch noch in der U23 starten hätte können und dort sicherlich zu den Favoriten gezählt hätte. Leider endete der Traum in Zolder leider in einer der letzten Kurven, wo sich 60 Leute bei einem Sturz verabschiedeten“, berichtete Eisel, der neunmal im rot-weiß-roten Trikot bei Weltmeisterschaften an den Start ging und zweimal an Olympischen Spielen teilnahm

Das beste Ergebnis war ein elfter Platz in Salzburg im Massensprint. „Leider hatte ich mich damals an das Hinterrad von Tom Boonen geklemmt und der hat aber nie wirklich beschleunigt auf der Zielgeraden.“ Im Nationalteam und an der Seite seiner österreichischen Kollegen hatte Eisel im Peleton immer Spaß.

„In meiner Karriere habe ich sicherlich drei Generationen an Profis miterlebt. Teilweise bin ich mit den Vätern und später mit den Söhnen die Rennen gefahren“, blickte Eisel zurück. Ein schwerer Sturz bei Tirreno – Adriatico vor knapp zwei Jahren beendete fast seine Karriere. Ein Blutgerinsel im Kopf musste bei einem weiteren Eingriff entfernt werden, seitdem plagten den Steirer Kopfschmerzen und Verspannungen: „Für das tägliche Leben ist es eigentlich kein Problem, aber als Radprofi ist es eine Belastung. Ich war aber froh, dass ich den Weg zurückgefunden habe zum Radsport und das letzte Jahr noch fertiggefahren bin.“

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